Die positive Kraft der Veränderung

Unsere Welt befindet sich im Wandel. Wir leben in einer Zeit, in der sich Lebensumstände und Perspektiven rasant verändern. Es gilt, Alt- bekanntes loszulassen und neue Wege zu gehen. Wir haben uns mit Menschen unterhalten, die Gewohntes in Frage gestellt und Neues gewagt haben. Eine Spurensuche rund um die Kraft der Veränderung und Trends, die uns auch in Zukunft bewegen werden.

Wäre alles nach Plan gelaufen, wären Otto Kaltner, Matthias Hierzer und Philipp Petschenig in jeder freien Minute mit ihren Surfboards auf den Meeren der Welt unterwegs. Das Wellenreiten ist ihre Leidenschaft. Die Sehnsucht nach Wasser, salziger Luft und dem Gefühl unendlicher Freiheit treibt sie an. Doch dann kam mit dem Jahr 2020 die Pandemie und mit den Kurztrips der drei Architekturstudenten zu den Hotspots der weltweiten Surferszene war es vorerst vorbei. „Wir vermissen das Meer“, erzählt Kaltner. Doch anstatt sich über Dinge zu ärgern, die sich momentan ohnehin nicht ändern lassen, beschlossen die drei Freunde, sich Meer und Surferlebnis in die Steiermark zu holen – zumindest gedanklich.

Das innovative Trio begann in dieser Zeit, auf dem Trockenen, eigene Boards zu bauen. Ihr kreativer Alltag bestand aus dem Sägen, Schleifen und Verfeinern von Ideallinien und -kanten. Doch schon bald wurde klar:

„Die Materialien sind giftig, für ihre Herstellung wird viel Energie benötigt und sie lassen sich schwer recyceln“ erläutert Kaltner. „Wir sind Surfer, wir lieben die Natur und achten auf unsere Umwelt.“Also machten sie sich daran, etwas zu verändern. Sie suchten nach Alternativen und entwickelten das „Woaz Board“.

Ihr Produkt ist ein Balance Board, so etwas wie der kleine Verwandte des Surfbretts, nur eben für das Trockentraining zuhause. Das Board wird auf einer Korkrolle platziert und dann versucht man darauf das Gleichgewicht zu halten. Es wird aus heimischen Hölzern von Hand gefertigt und ist besonders langlebig.

UMDENKEN UND NEUES WAGEN

Fabian Huss, ein gelernter Tischler, ergänzt das kreative Trio mit seinem technischen und handwerklichen Know- how. Mittlerweile ist das Quartett mit „Woaz Board“ – der Name spielt auf die südsteirische Heimat mit ihren Woazfeldern (Maisfelder) an – so erfolgreich, dass es in ihrer Werkstatt ziemlich rundgeht. Für einen möglichen Abstecher ans Meer bliebe jetzt kaum Zeit.

In den Monaten der Unternehmensgründung hat sich auch ihr Blick auf die eigene Mobilität verändert. Über die vielen Flugmeilen zum nächsten Surfhotspot wird kritischer nachgedacht. Es muss nicht immer eine Fernreise sein. Mit dem Balance Board kann man sich das Surf-Feeling ganz einfach in die eigenen vier Wände holen.

Umorientierung und neue Wege


War es bei Otto Kaltner und seinen Freunden der Anstoß von außen, der für eine neue Perspektive und Veränderung sorgte, kam bei Roland Essl der Impuls aus ihm selbst heraus. Der Salzburger Koch hatte jahrelang ein gut besuchtes und weit über die Landesgrenzen hinaus bekanntes Wirtshaus. Im Jahr 2018 beschloss er, einen neuen Weg einzuschlagen. „Hätte ich so weiter gemacht wie bisher, hätte mich die viele Arbeit irgendwann ausgebrannt“, ist er überzeugt. „Die Zeit war reif für eine Veränderung.“ Essl widmet sich seitdem seiner großen Leidenschaft – der Spurensuche nach kulinarischen Traditionen im Alpenraum. Er sammelte Rezepte und Erzählungen und ging unter die Autoren. Mit „Geschmackssache“ ist sein erstes Kochbuch erschienen, ein zweites Buch mit Geschichten über die alpine Küche ist in Arbeit. Essl liebt Veränderung, auch wenn sie manchmal von äußeren Umständen bedingt ist. Herausfordernde Zeiten, wie wir sie derzeit erleben, können Gedanken und Kreativität beflügeln und Aufbruchstimmung erzeugen.

WURZELN UND WELTOFFENHEIT

Die Surfer aus der Steiermark und der Salzburger Koch haben trotz unterschiedlicher Geschichten viel gemeinsam: Sie eint die Begeisterung, mit der sie sich neue Perspektiven eröffnet haben. Sie haben gehandelt. Dabei spielen die Gratwanderung zwischen Globalisierung und Regionalisierung sowie der Umgang mit Ressourcen und Klimaschutz eine besondere Rolle. Die Leidenschaft, mit der Essl andere Menschen für regionale Lebensmittel und überlieferte Rezepte begeistert, trifft auf die Sehnsucht vieler nach mehr Naturverbundenheit. Das Herzblut, welches das Team von Woaz Board in die Verwendung nachwachsender Rohstoffe steckt, steht im Kontext eines Trends hin zu mehr Nachhaltigkeit. Die Welt befindet sich im Wandel und damit auch unsere Arbeits- und Lebenswelten, Freizeitgestaltung, Konsum und Mobilität.

NEUE MOBILITÄT UND DIGITALISIERUNGSTURBO

Die vergangenen Monate haben Bewegung in die großen Trends unserer Zeit gebracht. Themen wie Ökologie, Regionalisierung und Connectivity erfahren einen Schub. Vor allem die Digitalisierung brachte große Veränderungen in der Gesellschaft mit sich. Ein Schritt zurück in eine Zeit ohne Home-Office und Videokonferenzen ist kaum vorstellbar. Die neuen Tools werden bleiben und damit auch langfristig unsere Mobilität sowie unseren Lebensstil beeinflussen.

Bleibt die Frage, wie man bei so viel Bewegung seinen eigenen Weg findet. „Es braucht unternehmerisches Denken und Handeln, man darf sich nicht beirren lassen vom Gewirr der Informationen und Entwicklungen“, ist Harry Gatterer, Geschäftsführer des Zukunftsinstituts, überzeugt. Für große Veränderungen braucht es vor allem eines – Mut. Er steht am Anfang des Handelns und mit ihm lassen sich viele Herausforderungen meistern.

So wie bei Roland Essl und dem Team von Woaz Board.

„ES BRAUCHT UNTERNEHMERISCHES DENKEN UND HANDELN, MAN DARF SICH
NICHT BEIRREN LASSEN VOM GEWIRR DER INFORMATIONEN UND ENTWICKLUNGEN“

Harry Gatterer,

Geschäftsführer Zukunftsinstitut

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