Verkehrssünden: Diese Fehler passieren immer wieder
Ob im dichten Stadtverkehr, auf der Landstraße oder auf der Autobahn – kleine Unachtsamkeiten können im Straßenverkehr schnell zu gefährlichenSituationen führen. Viele Fahrfehler treten dabei immer wieder auf und sind oft das Ergebnis von Stress, Gewohnheit oder Unwissenheit. Dieser Ratgeber zeigt die häufigstenVerkehrssünden, erklärt ihre Folgen und gibt Tipps, wie man sie vermeidet.
Die häufigsten Fehler im Strassenverkehr:
Zu dichtes Auffahren
Der Klassiker unter den Verkehrssünden: Wer zu nah auffährt, riskiert folgenreiche Auffahrunfälle. Der richtige Abstand beträgt laut Faustregel den „halben Tacho“ – bei 100 km/h also mindestens 50 Meter. Moderne Fahrerassistenzsysteme warnen inzwischen vor zu geringem Abstand, ersetzen aber keine vorausschauende Fahrweise.
Ablenkung durch Handy oder Multimedia
Smartphones gehören zu den häufigsten Unfallursachen. Schon wenige Sekunden aufs Display zu blicken, kann bedeuten, dass man mehrere Meter im Blindflug unterwegs ist. Auch Navigationsgeräte, Radios oder Touchscreens lenken schnell ab.
Tipp: Handy nur mit Freisprecheinrichtung benutzen und Einstellungen stets im Stand vornehmen. In Österreich drohen bei Nutzung des Handys ohne Freisprecheinrichtung während der Fahrt Geldstrafen. Diese können – insbesondere bei Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer – deutlich ansteigen.
Fehlende Spiegel- und Schulterblicke
Bei Spurwechsel, Abbiegen oder Überholen ist der korrekte Schulterblick entscheidend. Viele gefährliche Verkehrssituationen entstehen, weil Fahrzeuglenker*innen nur den Spiegel nutzen – und den toten Winkel übersehen.
Gut zu wissen: Auch moderne Totwinkel-Assistenten ersetzen den Schulterblick nicht vollständig.
Falsche Geschwindigkeit – zu schnell oder zu langsam
Überhöhte Geschwindigkeit ist einer der häufigsten Unfallfaktoren. Doch auch dauerhaft zu langsames Fahren kann den Verkehr behindern und riskante Überholmanöver provozieren.
Richtwert: Geschwindigkeit immer an Verkehrsfluss, Straßenverkehrsordnung, Sichtverhältnisse und Wetter anpassen.
Fehler beim Reißverschlusssystem
Viele Autofahrer*innen machen Fehler, wenn zwei Spuren zu einer Spur verengt werden. Richtig wäre: bis zum Ende der Spur vorfahren und dann im Wechsel einordnen bzw. einordnen lassen. Wer zu früh einschert, blockiert den Verkehrsfluss.
Falsche Blinker-Nutzung
Ohne Blinker zu manövrieren gehört zu den typischen Verkehrssünden. Besonders beim Ein- und Ausparken, Abbiegen und Spurwechsel führt fehlendes Blinken zu gefährlichen Situationen.
Missachtung von Fußgängerübergängen
Auch Zebrastreifen werden häufig falsch eingeschätzt. Autofahrer*innen müssen Fußgänger*innen, die den Füßgängerübergang betreten möchten oder bereits einen Fuß darauf gesetzt haben, Vorrang gewähren.
Unachtsamkeit beim Kreisverkehr
Kreisverkehre reduzieren das Unfallrisiko – aber nur, wenn man sie richtig nutzt. Häufige Fehler sind das falsche Setzen von Blinkern, Einfahren ohne ausreichend Abstand und die Missachtung der Vorfahrt von Fahrzeugen im Kreisverkehr.
Rote Ampeln – „Ich schaffe es noch“
Das Überfahren einer roten Ampel zählt zu den schwerwiegendsten Verkehrsverstößen. Neben hohen Strafen ist das Risiko für Kreuzungsunfälle besonders hoch. Gelb bedeutet „bremsen, wenn möglich“ – nicht „Gas geben“.
Falsches Verhalten bei Rettungsgassen
In Österreich gesetzlich vorgeschrieben: Bei Stau auf Autobahnen und Schnellstraßen ist sofort eine Rettungsgasse zu bilden. Viele reagieren aber zu spät oder ordnen sich falsch ein. Dabei fährt die linke Spur fährt links an den Rand, alle anderen Spuren fahren so weit wie möglich nach rechts.
Warum passieren Fahrfehler überhaupt?
Fahrfehler entstehen oftmals durch mehrere Faktoren gleichzeitig: Stress und Zeitdruck führen zu hektischen Entscheidungen, während Ablenkung durch Smartphones, Gespräche oder Infotainment-Systeme die Aufmerksamkeit verringert. Routine kann dazu führen, dass Risiken unterschätzt werden, während Unsicherheit und mangelnde Fahrpraxis das Gegenteil bewirken und zu zögerlichem oder unkontrolliertem Verhalten führen. Übermüdung verlängert die Reaktionszeit deutlich, und unzureichende Regelkenntnisse sorgen dafür, dass Situationen falsch eingeschätzt werden. Diese Kombination aus mentalen, körperlichen und situativen Einflüssen trägt maßgeblich dazu bei, dass Fahrfehler immer wieder auftreten.
Wie lassen sich Verkehrssünden vermeiden?
vorausschauend fahren
und ausreichenden Abstand einhalten, um riskante Situationen frühzeitig zu erkennen
Stress reduzieren
zum Beispiel durch bessere Planung und regelmäßige Pausen
Ablenkungen vermeiden
und das Smartphone nur im Stand bedienen
Verkehrsregeln
regelmäßig auffrischen, um Situationen sicher einschätzen zu können
Assistenzsysteme
nutzen, die beim Fahren unterstützen – jedoch niemals die eigene Aufmerksamkeit ersetzen
Aufmerksam sicher unterwegs
Viele Verkehrssünden lassen sich leichtvermeiden – wenn man Ablenkungen reduziert, aufmerksam bleibt und die wichtigsten Verkehrsregeln beachtet. So wird der Straßenverkehr für alle sicherer und entspannter.
Häufig gestellte Fragen zu Verkehrssünden
Dazu zählen dichtes Auffahren, Ablenkung durch das Handy, fehlender Schulterblick, Rotlichtverstöße, falsche Geschwindigkeiten und Fehler beim Spurwechsel.
Viele Fehler entstehen durch Zeitdruck, Ablenkung, Unsicherheit oder Gewohnheit. Oft fehlt auch das Bewusstsein für die möglichen Folgen.
Rotlichtverstöße, starkes Drängeln, Überholen trotz Gegenverkehr und Handy am Steuer gehören zu den riskantesten Verstößen.
Regelmäßige Achtsamkeit, defensives Fahren, Pausen auf langen Fahrten und die Nutzung von Assistenzsystemen helfen, typische Fehler zu reduzieren.
Sobald ein Verkehrsverstoß festgestellt wird – je nach Art des Verstoßes – reichen die Konsequenzen von Verwarnungen über Bußgelder bis zum Führerscheinentzug.