Tipps beim Steinschlag – darauf müssen Sie achten
Die Windschutzscheibe schützt sämtliche Fahrzeuginsassen vor externen Einflüssen. Dazu zählen zum Beispiel Wind, Wetter und Steinschläge. Wird die Scheibe durch den Aufprall eines Steins beschädigt, müssen Sie als Fahrer*in so schnell wie möglich reagieren. Wir haben die wichtigsten Tipps für Sie zusammengefasst, was im Falle eines Steinschlags zu tun ist:
Warum Steinschlag nicht unterschätzt werden sollte
Ein Steinschlag ist oft nur wenige Millimeter groß, kann aber langfristig große Schäden an der Windschutzscheibe anrichten. Die Windschutzscheibe ist ein integraler Bestandteil der Fahrzeugstruktur und trägt zur Stabilität der Karosserie bei. Zudem beeinflusst sie die Funktion von Airbags und Fahrerassistenzsystemen – ein Steinschlag sollte daher niemals ignoriert werden! Wird der Schaden vernachlässigt, kann sich der Riss ausbreiten, die Sicht einschränken und im schlimmsten Fall einen Austausch der gesamten Scheibe erforderlich machen. Außerdem riskieren Sie bei größeren Beschädigungen Probleme bei der §57a-Überprüfung („Pickerl“).
Sofortmaßnahmen nach einem Steinschlag
Möglichst schnell eine Werkstatt aufsuchen, um den Schaden begutachten zu lassen.
Schnelles Handeln erforderlich! Ein „Steinschlagpickerl“ (gibt es oft in Werkstätten und Autofahrerclubs) oder eine Klebefolie auf die saubere und trockene Scheibe kleben, um das Eindringen von Wasser und Schmutz zu verhindern.
Vermeiden Sie starke Temperaturschwankungen – keine extreme Hitze oder Kälte auf die Scheibe wirken lassen (z. B. keine heiße Lüftung).
Unter keinen Umständen sollten Sie versuchen, den Steinschlag selbst zu reparieren . Hausmittel oder selbstgebastelte Lösungen verschlechtern den Schaden oftmals und erschweren somit eine spätere professionelle Reparatur.
Verwenden Sie keinen Hochdruckreiniger, da sich die betroffene Stelle dadurch nur weiter vergrößert.
Informieren Sie Ihre Versicherung über den Steinschlag – am einfachsten geht das über eine Online-Schadensmeldung.
Scheibe reparieren oder tauschen – was ist möglich?
Ist der Steinschlag nicht allzu groß (kleiner als eine Zwei-Euro-Münze bzw. ca. 2,6 cm Durchmesser), kann der Schaden repariert werden – dies ist günstiger als ein Tausch der Windschutzscheibe. Außerdem darf sich die Beschädigung nicht im direkten Sichtfeld des Fahrers bzw. der Fahrerin (ca. DIN-A4-Breite über dem Lenkrad) befinden und den Rand der Scheibe nicht erreicht haben (mind. 10 cm Abstand). Die Reparatur der Scheibe wird in Kaskoversicherungen in der Regel ohne Selbstbehalt angeboten.
Wenn eine dieser Bedingungen nicht erfüllt ist, muss meist die ganze Windschutzscheibe ausgetauscht werden.
Tipps zur Vorbeugung
Halten Sie genügend Abstand zum vorderen Fahrzeug, speziell auf Autobahnen.
Passen Sie das Tempo an, wenn Sie auf Schotterstraßen oder Baustellenabschnitten unterwegs sind.
Kontrollieren Sie die Windschutzscheibe regelmäßig– kleine Schäden sind nicht sofort erkennbar.
Gut vorbereitet im Ernstfall
Ein Steinschlag kommt immer unerwartet – und ist in jedem Fall unerwünscht. Doch wenn es mal passiert und ein unschöner Schaden die Windschutzscheibe Ihres Fahrzeugs ziert, ist schnelles Handeln gefragt. Schieben Sie die Reparatur auf keinen Fall auf, sondern konsultieren Sie so früh wie möglich die Werkstatt Ihres Vertrauens. Dadurch ersparen Sie sich auf lange Sicht den kostspieligen Austausch der gesamten Windschutzscheibe. Achten Sie außerdem darauf, auf Autobahnen oder Straßenabschnitten, auf denen mit herumfliegenden Steinchen gerechnet werden könnte, möglichst vorausschauend zu fahren. So reduzieren Sie das Risiko eines Steinschlags, sparen sich lästigen Aufwand und sind insgesamt sicherer unterwegs.
Häufig gestellte Fragen zu Steinschlag
Das hängt von der Position und Größe des Schadens ab. Kleine Steinschläge außerhalb des direkten Sichtfelds des Fahrers/der Fahrerin werden in der Regel akzeptiert. Befindet sich der Schaden jedoch im Sichtbereich, zu nahe am Scheibenrand oder ist bereits ein Riss entstanden, gilt die Windschutzscheibe als sicherheitsrelevant beschädigt. In diesem Fall wird das Pickerl verweigert, bis der Schaden behoben ist.
So schnell wie möglich. Schon nach kurzer Zeit können sich durch Temperaturunterschiede, Vibrationen oder Feuchtigkeit Risse bilden. Idealerweise lassen Sie den Schaden sofort (innerhalb der ersten 24 bis 48 Stunden) prüfen und reparieren, um einen Scheibentausch und höhere Kosten zu vermeiden.
Für eine Reparatur darf der Steinschlag maximal so groß wie eine Zwei-Euro-Münze sein. Der Schaden darf außerdem weder im Sichtfeld des Fahrers/der Fahrerin liegen noch bis zum Rand der Scheibe reichen.
Nein, davon ist abzuraten. Reparatursets aus dem Handel liefern oft kein dauerhaftes oder optisch sauberes Ergebnis. Falsche Anwendung kann den Schaden sogar vergrößern oder eine spätere Fachreparatur unmöglich machen.
Am besten sofort. Viele Versicherungen verlangen eine zeitnahe Meldung, damit der Versicherungsschutz greift. Je früher Sie den Steinschlag melden, desto einfacher ist die Abwicklung.
Ja, kurzfristig ist das sinnvoll. Ein spezielles Steinschlagpflaster oder transparentes Klebeband schützt die Stelle vor Wasser, Schmutz und Frost. Das Abkleben ersetzt jedoch keine Reparatur, sondern dient nur als Übergangslösung bis zum Werkstattbesuch!
Trotz fachgerechter Arbeit kann Reparaturharz leichte optische Verzerrungen oder Lichtbrechungen hinterlassen. Diese können im direkten Sichtfeld Blendungen oder Unschärfen verursachen und somit die Fahrsicherheit beeinträchtigen.